Was ist Autismus?

Autistische Störungen werden im deutschsprachigen Raum den Tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (ICD-10) zugeordnet. Sie sind gekennzeichnet durch

  • Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion (z. B. kein Verständnis von Gestik und Mimik, kein Spiel mit anderen, Schwierigkeiten im Aufbau von Freundschaften, mangelndes Verständnis für gesellschaftliche Konventionen und Erwartungen von Mitmenschen, reduziertes Einfühlungsvermögen, wenig Interesse an Mitmenschen, Vermeiden von Blickkontakt und/oder Körperkontakt)
  • Beeinträchtigungen in der Kommunikation (z. B. später Spracherwerb, keine Sprache oder auffällige Sprache, eigentümlicher Gebrauch von Sprache und Prosodie, Echolalien)
  • und ein eingeschränktes Repertoire von Aktivitäten und Interessen mit sich wiederholenden und stereotypen Handlungen (z. B. Bedürfnis nach gewohnten Abläufen, Bestehen auf Ordnungen, Sonderinteressen, Ängste vor Veränderungen, Stereotypien wie Wedeln mit Fäden, Drehen von Rädern usw.)

Inwieweit diese Symptome alle oder vereinzelt vorhanden und ausgeprägt sind, ist individuell sehr unterschiedlich. Um der Vielfalt an Merkmalen und Verhaltensweisen gerecht zu werden, spricht man daher von einem Autismus-Spektrum. Innerhalb dieses weiten Spektrums lassen sich bestimmte Formen feststellen: Frühkindlicher Autismus, Asperger-Autismus und der atypische Autismus. Da das Autismus-Spektrum allerdings als Kontinuum mit fließenden Übergängen zu verstehen ist, ist eine Abgrenzung der unterschiedlichen Formen nicht immer eindeutig zu treffen.

Die intellektuelle Entwicklung von Menschen mit Autismus reicht von geistiger Behinderung bis hin zu durchschnittlicher und hoher Intelligenz mit teilweise erstaunlichen Sonderbegabungen z.B. in Mathematik, Musik, Merkfähigkeit oder in anderen Bereichen.

So unterschiedlich Menschen mit Autismus sind, so vielfältig und individuell angepasst muss die therapeutische Arbeit sein. Eine Heilung ist nicht möglich, durch entsprechende Förderung und Therapie können die Symptomatik und die Lebensqualität der Betroffenen und ihres Umfelds allerdings verbessert werden.

Die Häufigkeit von Autismus-Spektrums-Störungen liegt bei etwa 0,6 – 0,8 % Diese Zahlen stammen aus internationalen Studien, für Deutschland sind keine Werte bekannt. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen.

Die Entstehung von Autismus-Spektrums-Störungen ist trotz intensiver Forschung bislang noch nicht geklärt. Erklärungsmodelle beziehen meist genetische Faktoren, neurologische Einflüsse sowie Umweltfaktoren mit ein.

Weitere Informationen zum Thema Autimus finden Sie auf den Seiten des Bundesverbandes Autismus Deutschland e.V.: www.autismus.de

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